Was hat es mit „CN“ auf sich?

6. Dezember 2020

Aktualisiert: 1. Oktober 2021
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Sandra Anna Lang

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Vielleicht hast du auf Twitter auch schon Tweets gesehen, die mit CN eingeleitet wurden. Wenn du Twitter viel nutzt, weißt du höchstwahrscheinlich was es bedeutet. Für die, die es noch nicht wissen, ist dieser Artikel.

Was es ist

„CN“ ist eine englische Abkürzung und steht für „Content Note“. Hinter CN stehen dann meist ein oder mehrere Stichworte (z. B. CN Alkohol). Die Verfasser:innen möchten damit informieren bzw. warnen, dass ihr Tweet zu einem bestimmten Thema ist und möglicherweise bei einigen Menschen negative Gefühle und Gedanken auslösen kann. CN ist somit eine Inhaltswarnung bzw. Triggerwarnung. Manchmal kommt deswegen auch „TW“ (= Trigger warning) oder „CW“ (= content warning) statt „CN“ zum Einsatz. „CN“ ist aber verbreiteter, da es allgemeiner, neutraler und vor allem wertungsfreier ist.

Warum gibts das?

Trigger sind Auslösereize, die z. B. bei Menschen mit entsprechenden Vorerfahrungen schreckliche Gefühle / Erinnerungen bis zu Retraumatisierungen und Flashbacks auslösen können. Jemand könnte z. B. auf Twitter von eigenen schlimmen Erfahrungen schreiben und diese z. B. mit CN Sexueller Missbrauch, CN Alkohol, CN Essstörung, CN Antisemitismus, CN Transfeindlichkeit, etc. einleiten (manchmal gefolgt von mehreren Leerzeilen). Die Leser:innen können dann selbst entscheiden, ob Sie den Tweet weiterlesen möchten oder nicht. Man muss übrigens keine psychische Erkrankung haben um zu bestimmten Themen vielleicht einfach mal nichts lesen zu wollen. Das ist nicht ignorant, nein, es verträgt einfach nur nicht jeder von uns zu allen Zeiten alle Themen gleich gut. Da es dennoch wichtig ist, dass diese Themen angesprochen und gesehen werden, finde ich persönlich die Nutzung von „CN“ einfühlsam und mitdenkend. (Manchmal wäre es mir z. B. ganz recht, es würde auf FB verwendet werden, bevor mir irgendwelche Leute, im Namen des Tierschutzes, Bilder von toten oder gequälten Tieren in die Timeline spülen. Das kann ich gar nicht gut vertragen, so Bilder verfolgen mich schon mal.)

Macht das Sinn?

Das Für und Wider von Content Notes wird im Web und auf Social Media heiß diskutiert. Die Sinnhaftigkeit wird in Frage gestellt, sie werden als störend wahrgenommen oder ins Lächerliche gezogen. Andere finden es wiederum rücksichtslos, wenn keine Inhaltswarnung verwendet wird. Es gibt also keine allgemeingültige Position, sondern jeder entscheidet für sich sich, was richtig ist.

Mein Fazit

Triggerwarnungen mögen nicht unbedingt notwendig sein, aber es kann für manche einfach eine nette rücksichtsvolle Geste sein, wenn sie verwendet werden. Und das Wichtigste sowieso: Wenn du nicht magst, wie oder was jemand posted, dann folge doch einfach nicht.

Und du?

Was denkst du über solche Inhaltswarnungen? Verwendest du Sie in eigenen Tweets oder um entsprechende Inhalte nicht zu lesen?

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