Inbound- vs. Outbound-Marketing

8. Januar 2021

Aktualisiert: 1. Oktober 2021
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Sandra Anna Lang

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Inbound vs Outbound Marketing

Der werbemüde und supermündige Kunde

Niemand will noch mit Werbung zugeballert werden. Der mündige und unabhängige Konsument von heute recherchiert selbst, was er braucht und will.

Plumpe Werbung nervt – genauso alles, was irgendwie nach Werbung riecht. Wir sind dem überdrüssig und versuchen das so gut wie möglich zu blockieren und zu vermeiden, z. B. durch:

  • Streamen statt TV – und wenn zufällig doch was Gutes im TV ist, dann schaut man ob ein abonnierter Streaminganbieter oder die gepflegte Filmsammlung auf der Festplatte das hat. Also TV dient mehr als Inspiration -> „dass könnte man doch wieder kucken!“ .. nur woanders halt ..
  • Musikabos statt Radio (Puhh, keine Seitenbacher-Werbung mehr)
  • Adblocker die wir im Browser installieren
  • „Keine Werbung“-Aufkleber auf dem Briefkasten und wenn trotzdem was reingeworfen wird, hassen wir das Unternehmen leidenschaftlich dafür
  • usw.

(Ihr macht das doch auch alles so, oder? ODER?)

Und wenn wir doch Werbung ausgesetzt sind, blenden wir sie inzwischen geistig aus. Soweit haben wir uns evolutionär schon angepasst. Habt ihr z. B. schon von Banner Blindness gehört?
-> Fazit: Traditionelle Werbemethoden wie Anzeigen, Plakate, Postwerbung und TV-Spots lassen einfach deutlich nach in ihrer Wirkung.

Und was ist jetzt Inbound- und Outbound-Marketing?

Moment .. Ich hab da mal grafisch was vorbereitet:

Inbound Marketing Infografik
Outbound Marketing Infografik

Und was ist jetzt mit Inbound-Marketing anders?

Unternehmen treten nun mittels Content Marketing als Unterstützer, Wissensvermittler und Problemlöser auf. Statt den TV-Spots gibt es informative Videos und statt Print-Werbung wird ein Blog gepflegt, der der Zielgruppe wirklich weiterhilft. Der potentiellen Kunde wird nicht unerwünscht zugeballert (Outbound-Marketing = störungsbasiert), sondern man wartet, bis er von selbst kommt (Inbound-Marketing = erlaubnisbasiert).

Da das Internet inzwischen aber voll von hilfreichen Tipps ist und man online eigentlich alles lernen kann, muss der Content schon aus der Masse herausstechen. Und nicht nur das! Der Lösungssuchende muss ihn auch einfach finden können, wenn er die Suchmaschinen bemüht. Also überleg dir, wie du Menschen auf dich aufmerksam machst und sie magnetisch anziehst → eben eine Pull- statt einer Push-Strategie. Und kuck, dass du gefunden wirst (SEO, Hashtags in Social-Medis-Posts, …).

Inbound-Marketing – Pro & Contra

  • Geringere Kosten: Ein Blog und Social Media Account kostet erstmal im Grunde nichts (im Gegensatz zur Miete eines Messestandes, der Kosten für Anzeigen in TV/Radio/Print, etc). Aber unterschätze nicht Zeit, Energie und Wissen, das du hierfür brauchst. Wenn du das nicht leisten kannst oder willst, dann brauchst du einen Profi, der für dich aktiv wird (was wieder Geld kostet, aber gewöhnlich dennoch unter den Kosten für Outbound Marketing bleibt).
    -> Höherer ROI (Return of Invest)
  • Näher an der Zielgruppe: Cold Calls, Massen-E-Mails, TV-Werbung, .. sind wenig zielgerichtet. Beim Inbound-Marketing erreichst du direkt den Kunden, der Interesse für deinen Content oder vielleicht sogar schon für dein Produkt zeigt. Das führt zu qualitativ hochwertigeren Leads!
  • Werbung kann sehr gezielt platziert werden (Stichwort Targeting)
  • Zufriedenen Kunden: Deine qualitativ hochwertigen Inhalte lösen Probleme, sie bieten echten Mehrwert (im Gegensatz zu einem popeligen Werbebanner).
  • Vertrauensförderung: Durch guten Content lernt der Kunde deine Expertise kennen (steigert Glaubwürdigkeit). Durch die Art wie du kommunzierst erfährt er wie du tickst. Durch die vereinfachte Kontaktaufnahme (z. B. über Kommentare) kommen Kunden mit dir niederschwelliger und leichter ins hoffentlich sympathische Gespräch. Bestenfalls kann eine Beziehung aufgebaut werden! Der Kunde lernt dich immer näher kennen und du lernst den Kunden kennen (gut für dein weiteres Marketing).
  • Nachhaltigkeit & Wachstum: Inbound Marketing ist ein Investment in die Zukunft. Dein Content wird mit der Zeit immer mehr und er ist langfristig auffindbar (die Suchmaschinen sind deine Bro’s). Das führt zu mehr Traffic → mehr Leads → mehr Verkäufen.
  • Gesteigerte Sichtbarkeit: Deine Kunden finden dich! Wenn dein Inhalt und deine Personality passen, lesen sie dich, folgen dir, abonnieren dich, interagieren, teilen deinen Content, …
  • Es braucht Zeit. Diese Art des Marketing ist kein Sprint, sondern ein Marathon..
  • Es sind viele unterschiedliche Fähigkeiten und Kenntnisse nötig. Das ist durchaus eine Herausforderung auf die man Lust haben muss. Beispiele (hängt natürlich davon ab, was du überhaupt machen willst): Kenntnisse der unterschiedlichen Social-Media-Plattformen, ein Auge für Design (Bildgestaltung, Webdesign), die Fähigkeit gut und interessant zu texten, Webdesign evtl. Webentwicklung, SEO-Kenntnisse, Fotografie, Videos erstellen, gute Kommunikationsfähigkeiten (die auch Krisenkommunikation miteinschließen), Lust auf die Nutzung und Einarbeitung in viele Tools (für Social Media Management, Analytics, E-Mail-Marketing, CMS, CRM, SEO-Tools, Projektmanagement bzw. Aufgabenorganisation, Grafikbearbeitung, Videobearbeitung), usw.
  • Unangemessene Kommunikation / Marketing kann der Reputation schaden, Shitstorms und Kritik auslösen etc.

Outbound-Marketing – Pro & Contra

  • Es ist einfach und wirkt schnell
  • Man erreicht Leute, die sich noch gar nicht bewusst sind, dass sie interessiert sind
  • Hohe Reichweite und Markenbekanntheit
  • Es gibt auch spannende moderne Möglichkeiten des Outbound-Marketings, z. B. Guerilla-Marketing
  • Es riecht nach Werbung, schmeckt nach Werbung, es ist Werbung -> Folge beim Kunden: wegwerfen, löschen, ignorieren
  • Hohe Streuverluste, weil mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird
  • ROI (Return of Invest) ist kaum messbar
  • Kostenintensiv und evtl. geringe Erfolgsquote
  • Ungeeignet für Social Media
  • Unangemessene aufdringliche Werbung kann der Reputation schaden
  • Adblocker, Spamfilter und Datenschutzgesetze erschweren die Kontaktaufnahme

Mein Fazit

Beides, Inbound- und Outbound-Marketing scheint seine Berechtigung zu haben. Auch wenn ich wohl eine innere Abneigung gegen einige Arten des Outbound-Marketing in mir habe. Es hängt eben von Zielen und Ressourcen eines Unternehmen ab, was sinnvoll ist.

Und du?

Worauf setzt du in deinem Marketing? Inbound, Outbound?
Habe ich noch etwas vergessen, dass unbedingt in diesem Artikel erwähnt werden sollte?

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